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AIDS – Erbe der Kolonialzeit

Infektionskrankheiten sind weltweit auf dem Vormarsch: SARS, Vogelgrippe, HIV und jetzt Ebola fordern jährlich tausende Tote und bringen ganze Länder an den Rand des Abgrunds. HIV tötete bislang fast 40 Millionen Menschen; weitere 30 Millionen sind infiziert. Neben der Suche nach einem Impfstoff ist die größte Herausforderung, die Dynamik der AIDS Pandemie zu verstehen: woher kam der Erreger, wie fand er den Weg in den Menschen und was ließ ihn zur Pandemie anschwellen?

 

Es brauchte Jahrzehnte interdisziplinärer Forschung um HIV diese Geheimnisse abzuringen. Virologen, Biologen und Historiker haben die Spuren des AIDS Virus bis zu seinen Anfängen zurückverfolgt, lange bevor HIV Anfang der 1980er Jahre die Schwulenszene in den USA in Angst und Schrecken versetzte.

In Krankenhäusern und Laboren in der Demokratischen Republik Kongo stießen die Forscher auf ein Archiv von Gewebeproben aus der Kolonialzeit. Demzufolge grassierte bereits Anfang der 1960er Jahre eine Epidemie in Afrika. Lange zuvor muss also das Virus vom Schimpansen auf den Menschen übergesprungen sein. Ein Vorgang der nicht zwangsläufig eine Pandemie auslösen muss. Haben die Kolonialherren mit ihrer rücksichtslosen Ausbeutung von Mensch und Natur die Ausbreitung erst möglich gemacht?

Über mehrere Jahre folgte Carl Gierstorfer Wissenschaftlern auf ihrer Suche nach dem Ursprung von HIV. Teils wissenschaftliche Reportage in von Kriegen und Korruption zerrütteten Ländern Afrikas, teils historische Analyse, eröffnet dieser Film eine völlig neue Perspektive auf die AIDS-Pandemie und stellt die Frage, wie sich mit diesem Wissen neuartige Erreger frühzeitig bekämpfen lassen.

der Freitag: Dieser wie ein Krimi anmutende Film ist auch deshalb so aufstörend, weil die Parallelen zur heutigen Ebola-Epidemie in Westafrika so offensichtlich auf der Hand liegen.

 

teleschau – der mediendienst: Der Filmemacher belegt teils mit wissenschaftlichem, teils historischem Material, dass bereits Anfang der 1960er-Jahre eine Epidemie in Afrika gewütet hat. Doch Gierstorfers sehr analytische Zeitreise auf den Spuren des Virus reicht sogar bis in die Kolonialzeit des beginnenden 20. Jahrhunderts zurück.

Deutsche AIDS-Stiftung: Über Jahre begleitete der Biologe und Dokumentarfilmer Wissenschaftler auf ihrer Suche nach dem Ursprung des HI-Virus. Teils wissenschaftliche Reportage in von Kriegen und Korruption zerrütteten Ländern Afrikas, teils historische Analyse, eröffnet der Film eine völlig neue Perspektive auf die AIDS-Pandemie.

realscreen: “Understanding the origins of HIV could provide crucial clues to help in the battle against it,” says PBS International’s VP Tom Koch in a statement. “The Bloody Truth is an incredible science documentary.”

Buch & Regie: Carl Gierstorfer
Kamera: Renaat Lambeets
Schnitt & Art Director: Marcel Ozan Riedel
Musik: Moritz Denis, Eike Hosenfeld, Tim Stanzel
Executive Producers: Antje Boehmert, Fabrice Estève, Paul Pauwels
Production Manager: Mareike Müller, Inge Rochette, Marilyn Belbenoit

Länge: 52 min
Fertigstellung: 2014

Eine Produktion von DOCDAYS Productions, YUZU Productions und CONGOO in Koproduktion mit Smithsonian Channel und ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE, CCTV10, RTBF, S4C, VRT/CANVAS. Vertrieb: PBS Distribution

Gefördert und unterstützt von Flanders Audiovisual Fund, Centre du Cinéma et de l’Audiovisuel de la Fédération Wallonie-Bruxelles, MEDIA Programme of the European Union, Pulitzer Centers on Crisis Reporting, Documentary Campus Masterschool.