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Armes Europa?

Armut ist in Europa klar definiert: Arm ist, wer weniger als sechzig Prozent des durchschnittlichen nationalen Haushaltseinkommens zum Leben hat. Trotz der bezogenen Sozialleistungen wie Kinder- oder Wohngeld trifft das auf 119 Millionen Menschen zu.

Drei Bevölkerungsgruppen stehen im Mittelpunkt: Kinder, die in Armut aufwachsen, Jugendliche und junge Erwachsene, die keine Berufsaussichten haben und Menschen der Mittelschicht in prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Soziale Gerechtigkeit, demokratische Teilhabe, wirtschaftliche Unabhängigkeit – das glauben wir ist in Europa, Ausnahmen und Sparpakete bestätigen die Regel, der Standard. Dass die Lage anders ist und die Ärmsten nicht nur in Griechenland zu finden sind, dem geht diese Investigation auf den Grund. Sie beschreibt einen Wandel, der in einigen Ländern im Blitzlichtgewitter der Krisenberichterstattung erfolgt ist, in anderen aber unter dem Radar.

Die „Vergessenen“ schauen anders auf Europa. Je größer die wirtschaftliche Not ist, desto geringer ist ihr Vertrauen in Institutionen und Parteien. Die EU hat ein Legitimationsproblem, wenn viele Menschen das Gefühl haben, dass es ihnen immer schlechter geht. Armut ist eine fundamentale Gefahr für das Projekt Europa.

Regisseurin: Mirella Pappalardo
Buch: Mareike Müller & Mirella Pappalardo
Kamera: Knut Schmitz
Schnitt: Thomas Wellmann
Produzentin: Antje Boehmert

Länge: 52 min
Fertigstellung: 2017

Eine Koproduktion mit SWR/ARTE. Vertrieb: First Hand Films