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AGFA 1939

Der Filmemacher Michał Wnuk findet eine Agfa-Kiste mit 120 Fotos und zwei Filmen aus dem Zweiten Weltkrieg und glaubt zum ersten Mal den Krieg durch die Augen seines Großvaters zu sehen. Michał Wnuk ist Pole – doch sein Großvater diente als Arzt in der Wehrmacht, er stand auf der „anderen Seite“. Die Fotos zeigen Schnappschüsse des Krieges, Erinnerungen in schwarz-weiß. Doch der Großvater kann sie nicht gemacht haben. Michał begibt sich auf die Suche nach ihrer Herkunft. Er entdeckt, dass sein Großonkel, Angehöriger der polnischen Heimatarmee, Besitzer der Kiste war. Doch wie ist sie in seine Hände gekommen? Auch die 16-mm-Filme geben Rätsel auf: Sie zeigen einen Ausflug am Vorabend des Krieges, im Sommer 1939.

Die deutsch-polnische Koproduktion ist ein Geschichtskrimi, voller Rätsel und überraschender Wendungen. Ein privater Fund wird zum Resonanzkörper großer Geschichte.

 

teleschau – der mediendienst Wnuk entdeckt schließlich, dass sein Großonkel, Angehöriger der polnischen Heimatarmee, Besitzer der Bilder war. Doch wer war der Fotograf? Der private Fund wird zum Geschichtskrimi und gibt viele Rätsel auf.

Berliner Zeitung Der RBB bewies Mut zum Risiko, als er einem Debütanten vertraute, der den Ausgang seiner Recherchen noch gar nicht kannte. „Vor zehn Jahren hätte ich den Film noch nicht drehen können“, erklärte Wnuk bei der Filmvostellung im „Club der polnischen Versager“ in Berlin. Erst heute könne etwa über den Dienst polnischer Bürger in der Armee der deutschen Besatzer überhaupt geredet werden.

Wolf sieht fern (Fritz Wolf) „Agfa 1939“ ist eine private Recherche, die sich zu einem Geschichtspanorama weitet, ein Geschichtskrimi voller überraschender Wendungen und merkwürdiger Einzelheiten, in persönlichem und auch leichtem Ton gehalten, ein Beispiel für neuere TV-Geschichtsschreibung weit jenseits Historismus eines Guido Knopp.

Culture In Michał Wnuk’s documentary debut, his private family history becomes an introduction to a story about the difficult Polish-German past. It all started with a film in his family archives. Amongst the many family mementos given to him by his father was a 16mm film that revealed pictures of daily life on the front during World War II. There were also 120 photographs that the author – most probably a German soldier – took of the Nazi campaign, massive exterminations in the Częstochowski ghetto, the destruction of Warsaw after the Uprising in 1944…

 

Regisseur: Michał Wnuk
Kamera: Michał Popiel-Machnicki
Ton: Paulina Bocheńska, Michał Robaczewski
Schnitt: Maciej Pawliński
Produzenten: Magdalena Kaminska, Antje Boehmert
Creative Producer: Mareike Müller
Länge: 45 min
Produktionsjahr: 2014

Eine Produktion von DOCDAYS Productions in Ko-Produktion mit Balabusta (Polen) und RBB /MDR für ARD. Produziert mit Unterstützung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Polski Instytut Sztuki Filmowej.