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AGFA 1939

Am Anfang ist diese Kiste, eine Agfa-Kiste: 120 Fotos und zwei Amateurfilme aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Entdecker, der Filmemacher Michal Wnuk, glaubt zum ersten Mal den Krieg durch die Augen seines Großvaters sehen zu können. Michal Wnuk ist Pole – doch sein Großvater diente als Arzt in der Wehrmacht, er stand auf der „anderen Seite“.

Die Fotos zeigen Kriegsgefangene in Frankreich und Russland – und den Warschauer Aufstand 1944 aus deutscher Sicht. Schnappschüsse der Krieges, Erinnerungen in schwarz-weiß. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, der Großvater kann die Fotos nicht gemacht haben; denn er war nicht an diesen Kriegsschauplätzen.

Michal Wnuk macht sich auf die Suche nach der Herkunft der Fotos. Er entdeckt, dass sein Großonkel, Angehöriger der polnischen Heimatarmee, Besitzer des Kartons war. Wie ist er in seine Hände gekommen? Ist er eine Kriegsbeute? Beweismaterial? Auch die 16-mm-Filme geben Rätsel auf: Die Agfa-Aufnahmen zeigen einen Ausflug am Vorabend des Krieges, im Sommer 1939. Wer sind die Menschen auf den Bildern? Was wurde aus ihnen? Seine Suche nach der Herkunft der Bilder führt Michal Wnuk schließlich nach Deutschland.

Die deutsch-polnische Koproduktion ist ein Geschichtskrimi, voller Rätsel und überraschender Wendungen. Ein privater Fund wird zum Resonanzkörper großer Geschichte.

teleschau – der mediendienst: Wnuk entdeckt schließlich, dass sein Großonkel, Angehöriger der polnischen Heimatarmee, Besitzer der Bilder war. Doch wer war der Fotograf? Der private Fund wird zum Geschichtskrimi und gibt viele Rätsel auf.

Berliner Zeitung: Der RBB bewies Mut zum Risiko, als er einem Debütanten vertraute, der den Ausgang seiner Recherchen noch gar nicht kannte. „Vor zehn Jahren hätte ich den Film noch nicht drehen können“, erklärte Wnuk bei der Filmvostellung im „Club der polnischen Versager“ in Berlin. Erst heute könne etwa über den Dienst polnischer Bürger in der Armee der deutschen Besatzer überhaupt geredet werden.

Wolf sieht fern (Fritz Wolf): „Agfa 1939“ ist eine private Recherche, die sich zu einem Geschichtspanorama weitet, ein Geschichtskrimi voller überraschender Wendungen und merkwürdiger Einzelheiten, in persönlichem und auch leichtem Ton gehalten, ein Beispiel für neuere TV-Geschichtsschreibung weit jenseits Historismus eines Guido Knopp.

Regisseur: Michał Wnuk
Kamera: Michał Popiel-Machnicki
Ton: Paulina Bocheńska, Michał Robaczewski
Schnitt: Maciej Pawliński
Creative Producer: Mareike Müller
Produzentin Balabusta: Magdalena Kaminska
Produzentin DOCDAYS: Antje Boehmert

Länge: 52/45 min
Produktionsjahr: 2014

Eine Produktion von DOCDAYS Productions in Koproduktion mit Balabusta (Polen) und RBB /MDR für ARD. Produziert mit Unterstützung der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und Polski Instytut Sztuki Filmowej.